Circle of Influence – mein persönlicher Einflussbereich

Wir leben in einer Zeit, in der wir mit vielen verschiedenen Herausforderungen konfrontiert sind, sei es im beruflichen oder auch im privaten und öffentlichen Bereich. Nachrichten überwältigen uns, das Miteinander kann manchmal müde machen, weil wir nicht mehr wissen, wie wir uns gut von äußeren Einflüssen abgrenzen können.

Stoiker wie Seneca, Epictetus und Marcus Aurelius haben schon vor langer Zeit über die Einteilung unserer täglichen Aktionen gesprochen, die wir in drei Kreise (Circles) unterteilen können. Diese machen unser Leben eben in solchen Situationen einfacher bewältigbar und wir können rasch unterscheiden zwischen Dingen, die wir kontrollieren können, und solchen, die wir nicht kontrollieren können. Die Rede ist von den Cirlces of Influence, Concern und Control. Der Begriff des “Circle of Influence” wird von Stephen Covey in seinem Buch „The 7 Habits of Highly Effective People“ beschrieben. 

Quelle: Eigene Darstellung, 2026

Im äußeren Kreis begegnen wir Dingen, die wir weder entscheiden, noch beeinflussen können. Das kann beispielsweise das Wetter, die Wirtschaftslage oder die Nachrichten sein. Wir haben Bedenken über Dinge, über die wir ständig nachdenken (man merkt schon, es ist ein sehr verkopfter, wenig beeinflussbarer Bereich), aber keine Möglichkeit haben, hier etwas zu verändern.

Im Kreis in der Mitte geht es um Dinge, die wir beeinflussen, aber über die wir nicht entscheiden können. Dazu kann die eigene Gesundheit gezählt werden, oder die Karriere. Ich kann also beeinflussen, wie ich mich bewege und ernähre, oder wie ich mich beispielsweise auf einen neuen Job bewerbe, aber ich habe keinen Einfluss auf die Entscheidungen oder Ergebnisse, die damit einhergehen können (Krankheit, Bewerbungsabsage).

Im Kreis der Kontrolle geht es um unser Mindset, um Dinge, die wir tatsächlich beeinflussen UND entscheiden können. Wie ich auf den Kreis der Bedenken und den Kreis des Einflusses reagiere bzw. mich davon beeinflussen lasse, kommt darauf an, wie gut ich mir meiner tatsächlichen Kontrolle und meinen möglichen Handlungen, die ich kontrollieren kann, bewusst bin. Der Kreis der Kontrolle ist also entscheidend dafür, wie gut ich mich einerseits von äußeren Einflüssen abgrenzen kann und wie sicher ich andererseits in Bezug auf meine eigenen Stärken bin.

Das Gute ist, jetzt weißt du, dass es Dinge gibt, die du nicht kontrollieren kannst, und du kannst dich auf die Dinge konzentrieren, wo du sehr wohl einen Einfluss nehmen kannst. Das macht das Leben ein Stückchen leichter, du gewinnst wieder Energie, die im Nachdenken und Kontrollieren von Dingen gebündelt war, die du ohnehin nie ändern konntest. Dieser Fakt hat sich nicht geändert, aber nun hast du das Wissen darüber, das du für dich verwenden kannst. Auch kann dir dein Ikigai dabei helfen zu wissen, was für dich wichtig ist, worin du auch gut bist, und was du am ehesten kontrollieren kannst.

In einem Team-Workshop habe ich diese Methode dazu angewendet, dass in drei Gruppen jeder Kreis für Fragen des Teams beantwortet wurden. Das hat dem Team geholfen zu sehen, was sie wirklich beeinflussen können und wogegen sie sehr oft gearbeitet haben, ohne Chance auf Erfolg. Das hat ihnen geholfen zu sehen, was ihr Wirkungsbereich ist und hat dazu geführt, dass sie sich ihrer Rolle im Unternehmen wieder stärker bewusst waren. Gerade in Beratungskontexten oder Verhandlungen ist es wichtig, dass wir unsere Grenzen kennen. Sei es als Beraterin, dass man sich von Inhalten abgrenzen muss, die nicht in der eigenen Expertise liegen, und die Person an die richtige Kompetenz weiterverweist. Oder auch in Verhandlungen zu wissen, wo man selber kompromissbereit ist und was nicht mal Teil des Vertrages sein kann, weil hier keine Einflussnahme stattfinden kann.

Die drei Kreise kannst du auch für dich bearbeiten, um herauszufinden, wo du dich gerade im Leben befindest. Worauf habe ich überhaupt Einfluss, und habe mir die letzten Wochen oder Monate immer den Kopf zerbrochen? Und wo habe ich wirklich die Kontrolle? Diese Klarheit hilft, Dinge, die wir nicht beeinflussen können, loszulassen und unsere Haltung dazu zu verändern. Und umgekehrt aber Dinge, die wir sehr wohl kontrollieren und beeinflussen können, mehr in den Vordergrund zu stellen, um wieder eine höhere Selbstwirksamkeit zu spüren.

Ich wünsche dir viel Erfolg und schöne Aha-Erlebnisse bei der Entdeckung deiner drei Kreise.

Alles Liebe, Klara

Self Leadership

So unterstützt dich deine Selbstführung dabei, Klarheit über deine Aufgaben zu bekommen

Mein letzter Blogbeitrag ist schon eine Weile her. Und weil das Leben manchmal anders spielt, als man es sich vorstellen kann, ist es für mich wichtig, euch heute zu sagen, dass auch das ok ist, wenn wir die Zeit für uns nützen, um auf uns und unsere privaten Projekte zu schauen, die gerade mehr Aufmerksamkeit verlangen. Viele von uns kennen ja diese Momente. Uns wachsen die Aufgaben über den Kopf und wir wissen gar nicht, wo wir als erstes beginnen sollen. Und wenn sich solche Momente häufen, verzweifeln wir oder beginnen zumindest an uns selber zu zweifeln. Doch woran liegt das und wie kann man sich da selber wieder rausholen und für die Zukunft daraus lernen? Self Leadership ist ein guter Ansatz, um Klarheit über sich selbst und seine Aufgaben zu bekommen. Wie, möchte ich euch heute hier zeigen.

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Self Leadership

Viele von uns kennen diesen Moment. Uns wachsen die Aufgaben über den Kopf und wir wissen gar nicht, wo wir als erstes beginnen sollen. Und wenn sich solche Momente häufen, verzweifeln wir oder beginnen zumindest an uns selber zu zweifeln. Doch woran liegt das und wie kann man sich da selber wieder rausholen und für die Zukunft daraus lernen? Self Leadership ist ein guter Ansatz, um Klarheit über sich selbst und seine Aufgaben zu bekommen. Wie, möchte ich euch anhand einiger Modelle hier zeigen.

Leadership verbinden wir sehr oft mit der Rolle einer Führungskraft und können es dann mit uns zuerst gar nicht in Verbindung bringen. Aber Leadership bedeutet nichts anderes als Führung. Ob ich ein Team oder mich selber führe, spielt dabei keinen Unterschied. Self Leadership ist also die Selbstführung. Diese ist gerade in Zeiten wichtig, wo wir mit chaotischen äußeren Umständen zu kämpfen haben und diesen fast ohnmächtig gegenüber stehen. Wenn wir aber rechtzeitig lernen, wie wir mit solchen äußeren Umständen umgehen können, ohne dass sie uns den Boden unter den Füssen wegreißen, haben wir ein beständiges Fundament für unsere Resilienz geschaffen und können in Zukunft besser mit schwierigen Situationen umgehen.

Doch was ist eigentlich eine schwierige Situation? Zuallererst finde ich es wichtig, dass wir unterscheiden zwischen den Dingen in unserem Leben, die wir selbst direkt beeinflussen und steuern können. Und den Dingen, also äußere Umstände, die wir nicht beeinflussen können. Hier seine ganze Kraft zu investieren ist nicht zielführend und macht uns nur krank und wir fühlen uns ausgeliefert. Im Rahmen des Self Leaderships ist es daher gut zu wissen, was ich selbst beeinflussen kann und will, und die eigene Energie immer wieder darauf zu richten. In diesem Zusammenhang bekommt eine schwierige Situation auch plötzlich eine andere Bedeutung. Abgesehen davon, dass man durch einen Perspektiven-Wechsel einer Situation auch Positives abgewinnen kann, indem man sie in einem neuen Rahmen setzt, unterstützt die Abgrenzung zwischen selbstbestimmter und fremdbestimmter Situation die Klarheit in der Schwierigkeit. Wenn es eine Situation ist, die ich ohnehin nicht selbst beeinflussen kann, bleibt sie vielleicht schwierig, aber man kann dann sehr schnell für sich selbst entscheiden, ob man da seine Energie hineinstecken möchte. Auch das ist möglich und eine bewusste Entscheidung. Hilflos fühlt man sich nur, wenn man sich ausgeliefert fühlt und ohnehin das machen muss, was anderen von einem verlangen, ohne mitbestimmen zu können. Und diese Selbstbestimmung habe ich ganz klar bei Dingen, die ich selbst beeinflussen kann. Auch hier ist eine bewusste Entscheidung wichtig, etwas zu tun oder zu unterlassen. Selbst wenn man diese Abgrenzung vollzogen hat, heißt es ja noch nicht, dass man sofort loslegt, um Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Manche Dinge brauchen Zeit. Aufpassen muss man nur, dass man die Entscheidung nicht zu lange hinauszögert. Denn dann wird die Situation, die wir eigentlich selbst lösen können, irgendwann womöglich unlösbar, weil zu viel Zeit verstrichen ist und neue Herausforderungen im Leben hinzugekommen sind. Oft haben wir auch Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, und treffen dann möglicherweise gar keine. Das macht das Problem nicht hinfällig – im Gegenteil, es arbeitet dann in unserem Kopf weiter. Besser ist es hier gleich eine Entscheidung zu treffen, die für den Moment die richtige ist. Niemand sagt uns, dass wir für immer auf dieser Schiene weiterfahren müssen. Die einmal gefällte Entscheidung kann (und soll) wieder überdacht werden.

Und wann muss ich welche Entscheidungen treffen? Welche Situationen sind für mich persönlich wichtig? In einem anderen Blog-Artikel habe ich den Bedürfniskuchen vorgestellt. Hierbei gilt es für sich festzustellen, welche Bedürfnisse für einen selbst die wichtigsten sind. Und diese zu erfüllen ist dann eigentlich das Ziel und der Sinn unseres Lebens. Wir leben, um unsere Bedürfnisse zu stillen. Doch dafür ist es zuerst wichtig, diese zu kennen und der Bedürfniskuchen zeigt dann auch die Gewichtung der einzelnen Bedürfnisse und welche Rolle sie in unserem Leben spielen. In weiterer Folge ist es hilfreich ein IST- und SOLL-Zustand dieser Bedürfnisse zu machen. Dann sieht man für sich gleich, wo man etwas nachbessern muss, um eine Situation zu verbessern. Eine persönlich schwierige Situation kann man anhand des Bedürfniskuchens schnell für sich erkennen. Solch eine Situation, die bei einem meiner wichtigsten Bedürfnisse auftaucht, erfordert, dass ich rasch reagiere, also eine Entscheidung treffe, die für den Moment die richtige ist. Wenn ich allerdings eine Situation antreffe, die ein für mich nicht so relevantes Bedürfnis betrifft, werde ich diese Situation auch nicht unbedingt als schwierig empfinden. Hier kann mich sich dann auch mit einer Entscheidung Zeit lassen, weil einerseits das Thema nicht so wichtig ist, das es ständig in unserem Kopf herumkreist (sonst wäre es ein wichtiges Bedürfnis), und andererseits gibt es wichtigere Dinge, die auf eine Erledigung warten (wichtiges Bedürfnis).

Nun, was hat das jetzt mit Self Leadership zu tun? Wenn ich weiß, welche Situationen aufgrund meiner Bedürfnisse für mich wichtig sind, bin ich vorbereitet, in einer neuen Situation, die eine Entscheidung erfordert, zu handeln. Ich übernehme die Führung für mich, meine Bedürfnisse und meine Entscheidungen. Weil es Dinge betrifft, die ich selbst bestimmen und beeinflussen kann. Das gibt mir Kraft und Energie, auch anderen Situationen, die ich selbst nicht beeinflussen kann, besser begegnen zu können. Denn wäre ich in jeder Situation ohnmächtig, wäre ich nicht mehr handlungsfähig.

Das Eisenhower-Prinzip

Eisenhower hat ein Prinzip erfunden, mit dem man auch sehr gut für sich selber herausfinden kann, welche Situationen, Dinge oder Aufgaben einerseits welche Wichtigkeit haben und andererseits auch welche Dringlichkeit in der Erledigung. Die folgende Matrix soll dies in vier verschiedenen Aufgaben einteilen:

Quelle: ionos.at

A-Aufgaben sind dringend und wichtig und sind sofort selbst zu erledigen. B-Aufgaben sind zwar wichtig, aber nicht dringend und können zu einem späteren Zeitpunkt selbst erledigt werden. Bei C-Aufgaben handelt es sich um solche, die vielleicht dringend, aber nicht wichtig sind. Demnach können sie auch delegiert werden. Und zuletzt sind D-Aufgaben weder wichtig noch dringend, können also einfach abgelegt werden oder in den Papierkorb wandern. Das klingt natürlich auf dem ersten Blick sehr anschaulich für eine Arbeitssituation und man könnte sich fragen, was hat das mit meinem Privatleben zu tun, richtig? Nun, es kann genauso gut im privaten Bereich eingesetzt werden. Delegieren kann man auch sehr gut an andere Familienmitglieder. Dieses Prinzip kann man sowohl für den selbstbestimmten als auch den fremdbestimmten Bereich verwenden. Man kann ihn aber auch für beides gleichzeitig nützen, indem die A-Aufgaben (und auch die B-Aufgaben) automatisch jene Aufgaben werden, die ich selbst beeinflussen kann und daher auch selbst zu erledigen habe – je nach Dringlichkeit.

Das Cynefin-Framework

Ein weiteres Modell, das für das Self Leadership sehr gut angewendet werden kann, ist das Cynefin-Framework, das von Mary E. Boone und Dave Snowden 1999 im Rahmen des Wissensmanagements und der Organisationsstrategie entwickelt wurde. Es zeigt vier verschiedene Situationen und daraus resultierend die Notwendigkeit, entsprechend zu handeln. Das Modell wird auch im Leadership verwendet, wenn es um die Führung von Mitarbeiter*innen geht. Warum also nicht auch für das Self Leadership nützen?

Quelle: resilienz-akademie.com

Zu wissen, in welcher Phase oder Situation man sich befindet, kann anhand dieses Modells gut entschieden werden, wie darauf zu reagieren ist.

Bei allen Modellen gilt: es sind Unterstützungen, um uns Klarheit zu geben, um welche Situationen es da eigentlich geht, wenn ich mich entscheiden muss und wie ich mich, mein Leben und meine Aufgaben dadurch besser führen kann. Auf dem Weg, die eigenen Bedürfnisse zu erforschen, kann auch das IKIGAI sehr hilfreich sein, dem ich mehrere Blog-Artikel gewidmet habe. IKIGAI bedeutet auf Japanisch „Lebenssinn“. Sobald man diesen für sich gefunden hat, kann man all seine Aufgaben besser danach ausrichten und „richtig“ handeln. Zuletzt sei gesagt: es gibt keine falschen Entscheidungen, nur jene, die gefällt oder nicht gefällt werden. Ob eine Entscheidung richtig oder falsch war, stellt sich erst im Nachhinein heraus. Bis dahin muss man einfach vertrauen, dass der erste Schritt der richtige war, um aus einer entscheidungslosen Starre zu treten.

Self Care für mehr Selbstliebe

So unterstützt dich deine Self Care dabei, mehr auf dich zu schauen

Heute ist Valentinstag und ich musste gar nicht lange darüber nachdenken, worüber ich schreiben möchte. Es geht natürlich um das Thema Liebe. Liebe ist sehr vielfältig und wird sehr oft auf die Liebe zwischen zwei Menschen bezogen. Ich möchte heute aber über eine Liebe schreiben, die viel wichtiger ist und die viel zu oft vernachlässigt wird. Es geht um die Liebe zu uns selbst, ein JA zu dem, wer wir sind und darauf zu schauen, dass es in erster Linie uns gut geht, bevor wir für andere da sein können. Möglicherweise taucht jetzt bei einigen von euch das Bild einer egozentrischen, egoistischen Person auf. Aber Selbstliebe hat nichts damit zu tun. Ich darf mich zuerst selbst lieben und gleichzeitig darauf schauen, dass es den Menschen, Lebewesen, der Natur um mich herum gut geht. Ohne diese Selbstliebe habe ich nicht die Energie, mich um Projekte zu kümmern, die mir wichtig sind.

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