Nächstenliebe

Gestern wollte ich im gewohnten Rhythmus von zwei Wochen einen neuen Beitrag schreiben und veröffentlichen. Die derzeitigen Geschehnisse haben mich aber sprachlos und wortlos gemacht. Wie kann ich über persönliche Entwicklung schreiben, wenn es in einem – und sicher auch mehrere – Teil der Welt ums Überleben geht? Wie kann jede*r von uns mit so einer Situation umgehen, ohne sich selbst zu verlieren aber dennoch handlungsfähig zu bleiben? Heute hat mir jemand erzählt, dass sie überlegt hatte, ihren Geburtstag deswegen nicht zu feiern. Und dann hat sie es sich anders überlegt und meinte, erst recht müsse man das Leben dort feiern, wo es möglich ist. Und auch gleichzeitig Menschen in Not zu unterstützen. Das ist kein Widerspruch.

In meinem letzten Beitrag habe ich über die Selbstfürsorge und die Selbstliebe geschrieben. Es geht also darum, zuerst uns selbst zu lieben, bevor wir andere lieben und unterstützen können. Wenn wir uns also in der Nachbarschaftshilfe oder wie hier in der Unterstützung von Menschen in Not stark machen wollen, müssen wir zuerst für uns stark sein. Und das bleiben wir, indem wir auf unsere Bedürfnisse schauen. Ich habe mir zum Beispiel schon vor vielen Jahr abgewöhnt, Nachrichten zu konsumieren. Und bis jetzt sind die wichtigen Nachrichten immer noch zu mir vorgedrungen. So wie letzten Donnerstag. Nachdem ich mich dann doch wieder mehr mit den Meldungen im Fernsehen auseinandergesetzt habe, habe ich es auch wieder sein lassen. Mein Ziel ist es, mich auf das zu fokussieren, was ich selbst verändern und bewegen kann. Und daher suche ich mir aus, wo ich helfen kann. Dazu ist es nicht mehr notwendig, alle News zu verfolgen. Für mich ist es ausreichend, mich mit den richtigen Menschen zu vernetzen und gemeinsam etwas Gutes zu tun. So wie es die über Hundertjährigen auf Okinawa in Japan beschreiben, wenn es um die Lebenszufriedenheit geht: in der Gemeinschaft feiern, füreinander da sein – das ist eines der Geheimnisse für ein langes, erfülltes Leben.

In diesem Beitrag wollte ich eigentlich auf das IKIGAI eingehen – die japanische Bezeichnung für den Sinn des Lebens. Das möchte ich unbedingt nachholen und euch zeigen, was nach diesem Konzept wichtig ist für ein sinnerfülltes Leben. Für heute möchte ich diesen Beitrag abschließen mit Gedanken an alle Menschen auf dieser Welt, denen es nicht gut geht und die nicht die Freiheit haben darüber nachzudenken, wie sie sich weiterentwickeln können. Wir können das aber und das sollten wir auch tun – dranbleiben, um immer wieder lernen, vor allem auch wenn es darum geht, andere Menschen so zu akzeptieren wie sie sind.

Von Herz zu Herz, von Mensch zu Mensch – so möchte ich leben, mich entwickeln und andere Menschen inspirieren, auch einen sinnvollen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten.

Alles Liebe und bleibt gesund, Klara.